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Willi wandert Blog

Die beiden TAGEBLATT-Wanderer haben sich am Sonntag auf den Weg zu spannenden Begegnungen im Landkreis gemacht. Wo es lang geht bestimmen in diesem Jahr die Leser. Bei tageblatt.de können Willi und Paula auf ihrer Tour begleitet werden. 

Gestartet sind die beiden Wanderer am Sonntag in Balje. Um möglichst viele Leser-Angebote zu nutzen, geht es auf Zick-Zack-Kurs durch den Landkreis bis nach Sauensiek, das ziemlich weit östlich liegt. Von dort ist vom Aussichtsturm dann sogar ein Blick zurück auf die Wanderstrecke möglich.

Momentan stehen nur die ersten drei Wandertage fest, da immer noch Wünsche der Leser eintrudeln. Wenn die zur Route passen – und dabei muss berücksichtigt werden, dass ein Wanderer kein D-Zug ist – sind Abstecher immer mal drin. Wer noch eine Idee für die beiden hat, kann sie an williwandert@tageblatt.de schicken. 

Freitag, 16 Uhr: Geschafft! Nach sechs Tagen auf den Beinen haben Willi und Paula es sich redlich verdient, im Naturbad in Sauensiek die Füße ins kalte Wasser zu strecken. Noch einen Bericht für die Zeitung verfassen, dann ist das Wanderer-Dasein für dieses Jahr beendet. "Irgendwie schade", denkt Paula. Denn auch wenn das Laufen auf Dauer doch ein bisschen anstrengend ist: Die tollen Begegnungen unterwegs entschädigen für die Strapazen. 

Freitag, 15 Uhr: "Juhuuuu", ruft Paula. "Wir sind da!" Der Zielort Sauensiek ist erreicht, hier treffen die Wanderer auf die Menschen, die sich mit als erstes gemeldet haben, um Willi und Paula einzuladen: Martina Martynko und Stefan Heinrich zeigen den Gästen ihren Heimatort. Natürlich gehört zu einem Besuch in Sauensiek auch ein Abstecher zu Rosi, der Terrakottasau. Zu jedem Anlass passend geschmückt, feiert Rosi alle Festivitäten im Ort mit. In der Nachbarschaft warten die Kinder immer schon gespannt darauf, was Rosi als nächstes trägt. 

Freitagmittag: Das Liegefahrrad war ja schon ein kleines Highlight, als Paula allerdings die Ente von Wolfgang Diekmann entdeckt, gibt es kein halten mehr. Im Nu springt sie auf die Scheinwerfer. "Gefiederte auf motorisierter Ente, wenn das kein schönes Bild ist", denkt Willi und drückt sofort auf den Auslöser seiner Kamera. 

Freitagmittag: Auf ihrem Weg von Oersdorf über Ahlerstedt nach Wiegersen treffen Paula und Willi interessante Menschen, die mit interessanten Gefährten unterwegs sind. Gerade vom Einkaufen kommt Annegret Kröger aus Oersdorf auf ihrem Liegefahrrad. Seit einem Schlaganfall gibt er dieses ganz besondere Rad die Möglichkeit, mobil zu sein. Und am Wochenende dient es einfach der Entspannung. Dann ist Annegret Kröger mit ihrem Mann auf Radtouren unterwegs. 

Freitag, 10:30 Uhr: Damit die Schulbänke auf dem Foto nicht so leer aussehen, haben die beiden Wanderer eine prima Idee. Gleich gegenüber ist doch die Kita Fuchsbau. Könnten da nicht ein paar Kinder... Sie können! Martina Müller kommt mit neun ihrer Schützlinge rüber und erfüllt die 170 Jahre alte Schule mit Leben.

Freitag, 9:45 Uhr: An ihrem letzten Wandertag in diesem Jahr hat der Weg Willi und Paula als erstes nach Oersdorf geführt. Sie bewundern die Museumsscheune und die vielen historischen Gerätschaften, die Hans-Hinrich Ladwig aus Kohlenhausen ihnen zeigt, bevor es weiter ins Oersdorfer Schulmuseum geht. Hier werden sie von Georg Schnackenberg empfangen. In einer Führung lernen die beiden Wanderer, wie es früher zwischen den Schulbänken zugegangen ist. "Puh", stöhnt Paula und ist froh, dass der Rohrstock heute nicht mehr zum Einsatz kommt. 

Freitag, 9 Uhr: Gefühlt sind sie gerade erst losgelaufen, da ist die Wanderung auch beinahe schon zu Ende. Heute haben Willi und Paula den letzten Tag ihrer Reise durch den Landkreis angetreten. Als erste Amtshandlung schicken sie ein Foto, das schon gestern in Wohlerst entstanden ist. Zu sehen ist Siegfried Bernert, der in Wohlerst Ferienwohnungen vermietet. Zwölf Personen - egal ob Urlauber oder Monteure - kann er in dem Haus unterbringen, dass er vor 20 Jahren als Brandruine gekauft hat. "Es läuft ausgesprochen gut", sagt Bernert, der ansonsten eigentlich Tischler ist. 

Donnerstag, 15:15 Uhr: Als es zurück ins Freie geht, setzt der Regen ein. Nochmal klitschnasse Füße? Muss das sein? "Es muss", denkt Willi, als sein Telefon klingelt. Es ist der Chef vom Dienst, alle Fotos des Tages sind bereits auf der Zeitungsseite eingebaut, mehr Platz ist heute nicht. "So ein Pech", sagt Paula und schmunzelt. Dann bringt es ja auch nicht mehr viel, heute noch weiter zu wandern. Schließlich sollen die TAGEBLATT-Leser ja auch etwas von den Erlebnissen der beiden Wanderer haben. Bei Gerhard Junge in Wohlerst geht es für die beiden erstmal ins Trockene und an den Computer. Das angedachte Reiseziel Oersdorf wird für morgen auf die Agenda genommen. Ein Wanderer muss schließlich flexibel sein. 

Donnerstag, 14:15 Uhr: In der Museumsscheune in Reith dreht sich alles rund um das Thema Kartoffel. Angefangen hat alles mit einem großen Hobel, mittlerweile lässt sich an mehreren hundert Geräten nachvollziehen, wie die Landwirte in den vergangenen 50 bis 100 Jahren gearbeitet haben. 

Donnerstag, 14 Uhr: Der Weg führt Paula durch Brest hindurch in Richtung Reith. Im Garten des Museumsvereins Reith treffen die beiden auf Hans Prigge. Mit den Kindern der Rosenborn Grundschule in Harsefeld beackert er den Garten. Auch im Winter bleiben Sonnenblumen und Mais stehen, damit die Tiere einen Unterschlupf finden. Paula jubelt und möchte den Garten am liebsten noch genauer in Augenschein nehmen. Doch Willi zieht es zu den Geräten im Inneren der Museumsscheune. 

Donnerstag, 11 Uhr: Klaus Wichern aus Bargstedt hat die Reise der beiden Wanderer im TAGEBLATT mitverfolgt - und sie spontan zu sich nach Hause eingeladen. Das Angebot nehmen Willi und Paula gerne an, schließlich gibt es bei Klaus Wichern einiges zu sehen. Seit 40 Jahren züchtet er Zwergenten und Smaragdenten, die sich durch einen ganz besonderen Glanz auszeichnen. Paula ist beeindruckt, aber auch sie kann mithalten: Buchstaben schwarz auf weiß hat schließlich auch nicht jede Ente im Federkleid. 

Donnerstag, 10:30 Uhr: Kurz darf Paula sich noch verschnaufen, dann gibt sie grünes Licht. Weit müssen die beiden auch nicht, schon schräg gegenüber in der Bahnhofstraße, beim Edeka-Markt Duvenhorst, wird wieder Halt gemacht. Familie Duvenhorst betreibt einen der wenigen Märkte, die sich in kleinen Orten wie Bargstedt gehalten haben. Willi wird hier mit einem Kaffee und einem Brötchen für die Wanderung versorgt. Zur Erinnerung macht er schnell ein Foto: Wilfried und Brigitte Duvenhorst sowie Ursel Klintworth (Mitte) an der Kasse. Jetzt kann nichts mehr schief gehen: Paula wurde wieder aufgepäppelt, Willi mit Frühstück versorgt. Der Wandertag kann richtig beginnen. 

Donnerstag, 9:20 Uhr: Paula beißt die Zähne zusammen, weiter geht's. Doch als sie an der Rettungswache in Bargstedt vorbeikommen, knicken ihr doch die Beine weg. Sven Schnackenberg und Christian Janssen reagieren sofort: Sauerstoffmaske, Zugang, Pflaster: Alles, was das kranke Entenherz begehrt wird aufgefahren. Und wie durch ein Wunder ist Paula nur wenig später wieder putzmunter. 

Donnerstag, 9:15 Uhr: Noch gar nicht weit gekommen, müssen die beiden Wanderer schon wieder einen Stopp machen. Oder vielmehr: Sie wollen. Sie treffen auf zwei Männer, die neben dem Bürgersteig über diverse Leitungen gebeugt sind. Es stellt sich heraus, dass Thorben Henning und Andreas Eimann gerade dabei sind, an einem Fernwärmenetz für einen Teil des Ortes zu arbeiten. "Wärme ist immer gut", denkt Paula. Sie friert und ist etwas wackelig auf den Beinen, verrät aber lieber nichts. Sie will sich schließlich nicht vor dem Wandern drücken. 

Donnerstag, 9 Uhr: Auf nach Santiago de Compostela! Willi und Paula beginnen ihre Tour heute in Bargstedt, auch sie pilgern, aber anders als der Stein es vielleicht vermuten lässt, nicht nach Santiago de Compostela, sondern von Bargstedt aus über Brest in Richtung Oersdorf. Und sie haben schon einen ersten Mitwanderer entdeckt. Eine kleine Schnecke kriecht über die Pilger-Markierung. "Hoffentlich hat sie sich nicht die ganzen Kilometer bis nach Spanien vorgenommen", sagt Paula. Es bleibt aber keine Zeit, den Weg der Schnecke weiter zu verfolgen. Auch Willi und Paula haben schließlich einiges vor. Los geht's am fünften Wandertag. 

Mittwoch, 15 Uhr: Kaffee trinken inmitten einer kleinen Herde von Alpakas - das ist auch für die erprobten Wanderer Willi und Paula mal etwas neues. Sie sind zu Besuch bei Dieter Lange und Karin Hoferichter. Letztere wünscht sich seit der Fernsehserie "McLeoads Töchter", selbst einmal Alpakas zu halten. Eigentlich im Rentenalter, doch soweit ist Karin Hoferichter noch lange nicht - ein paar Alpakas durften aber schon einziehen. Hoferichter arbeitet bei der Lebenshilfe in Bremervörde und unternimmt gerne Ausflüge auf ihren Hof - Die Alpakas sind liebe, kinderfreundliche Tiere und kommen bei allen gut an. Willi und Paula genießen es, in tierischer Begleitung am Tisch zu sitzen, das Aufstehen fällt ihnen nicht leicht. Doch Willi hat sich vorgenommen, noch bis nach Aspe zu laufen, bevor er die Tour für heute beendet und seinen Computer zückt. Morgen wird er berichten, wie weit er gekommen ist. 

Mittwoch, 14:15 Uhr: Frisch erholt geht es nach der Mittagspause weiter. Erst am Bahnhof in Kutenholz machen Willi und Paula nach fast fünf Kilometern Fußmarsch eine kleine Erholungspause. Dann wird es verlockend: Direkt vor ihrer Nase hält der Bürgerbus, am Steuer Wolfgang Weh. Paula springt sofort hinein: "Komm Willi, ein Stückchen fahren wir mit, das merkt doch keiner." Doch Willi bleibt hart. Wenn gewandert wird, dann wird gewandert. 

Mittwoch, 12 Uhr: Von Essel aus haben sich Willi und Paula auf den Weg nach Kutenholzer gemacht. Doch vom kürzesten Weg halten die beiden Wanderer nicht viel. Zumindest nicht, wenn sie deswegen ein echtes Highlight nahe ihrer Route verpassen würden. Deshalb fällt ein kleiner Abstecher zu Gerd Rehpenning und seinem Künstlerbahnhof zwischen Mulsum und Kutenholz nicht schwer. Die beiden machen auch gleich ein Erinnerungsfoto vom Künstler inmitten seiner anonym gehaltenen Holzfiguren, die alle einen Koffer bei sich haben. Sie erinnern an Flüchtlinge - ein heute so brisantes Thema wie in früheren Zeiten. Sie gehören zu einer Ausstellung, die im Herbst in Stade eröffnet wird und anschließend bis zum Herbst 2017 durch ganz Deutschland tourt. Paula und Willi sind begeistert - und verarbeiten ihre Eindrücke während der Mittagspause. 

Mittwoch, 11 Uhr: Von der Ruhe in Essel können sich auch Willi und Paula beim folgenden Fußmarsch überzeugen. Ihr nächstes Ziel: Das Anwesen von Barbara und Uwe Schulte. Die beiden betreiben die einzige aktive Lipizzaner-Zucht in Norddeutschland, die mit dem österreichischen Staatsgestüt zusammenarbeitet. Die Lipizzaner stehen auf der roten Liste, obwohl sie viele Qualitäten haben. "Sie passen gut zum Menschen, sind tolle Freizeitpferde", weiß Uwe Schulte. Auf dem Bild ist er mit seiner Stute Amata zu sehen. 

Mittwoch 9:45 Uhr: Mit endlich wieder trockenen Füßen - heute soll das Wetter zum Glück besser werden - machen sich Willi und Paula auf den Weg durch Essel. An der Bushaltestelle treffen sie auf Fred Auch, der auf dem Weg nach Stade ist. Um diese Zeit hat er im Bus freie Platzwahl. "Bisschen Geld ausgeben" will er in der Hansestadt, ansonsten zieht es ihn jederzeit zurück nach Essel. "Es ist so schön ruhig hier, besser geht's nicht. 

Mittwoch, 9 Uhr: Gestern wanderte Willi an der Oste entlang, heute um 9 Uhr beginnt seine Geest-Tour. Gemeinsam mit Zeitungsente Paula macht er sich in Essel auf den Weg und erfährt auch gleich spannende Informationen über das Dorf. Denn dass sie "im schönsten Ort des Landkreises" starten würden, hätten sich die beiden Wanderer beim Aufstehen heute Morgen auch nicht träumen lassen. Doch es stimmt. 1975 hat der Landkreis Essel diesen Titel verliehen. 

Dienstag, 16 Uhr: Als letzte Amtshandlung an diesem Wandertag besuchen Willi und Paula Gerda Bube in Gräpel. In ihrer Familie wurde die ehemalige Siems-Werft betrieben. Vor mehr als 100 Jahren gab es etliche Werften in Gräpel, sie bauten Schiffe für den Transport von Ziegelsteinen, da es entlang der Oste etliche Ziegeleien gab. Einige Überreste aus dieser spannenden Zeit können die Wanderer während ihres Besuchs bewundern. Jetzt heißt es, alle Eindrücke eines aufregenden Tages zu Papier zu bringen, damit die TAGEBLATT-Leser morgen auch etwas von der Wanderung haben. 

Dienstag, 15 Uhr: Am Schützenhaus in Gräpel treffen die beiden Wanderer auf Kai Wallisch samt Vater und Schwiegervater. Die drei haben sich einiges vorgenommen: Stühle und Tische für 200 Personen müssen transportiert und aufgebaut werden, denn morgen ist für Kai Wallisch ein großer Tag. Er wird heiraten, Jana Heinsohn heißt die Glückliche. Gerne würden die Wanderer mitfeiern, doch morgen werden sie Gräpel längst schon hinter sich gelassen haben. Heute haben sie allerdings noch eine Verabredung. 

Dienstag, 13:30 Uhr: Nach einem netten Ort zum Mittagessen müssen Willi und Paula nicht lange suchen. Bei Ilse Plate in Plates Osteblick gibt es alles, was das Herz begehrt. Leckeres Essen, saftige Kuchen und sogar einen Tagesangelschein oder ein Milchdiplom können die Gäste hier bekommen. Paula will am liebsten sofort loslegen. Doch geangelt wird heute nicht, bestimmt Willi. Sobald die Schuhe ein wenig trockener sind, geht es weiter. 

Dienstag, 13 Uhr: Endlich, die nächste Ortschaft ist in Sicht - Gräpel. Hier erhoffen sich Willi und Paula ein leckeres Essen und einen gemütlichen Platz zum Ausruhen, am besten im Trockenen. Denn auch wenn die Jacke den Regen einigermaßen abhält, die Füße sind klitschnass. "Ich hab die falschen Schuhe gewählt", muss Willi zugeben. Der Wetterbericht hatte für die vergangene Nacht Regen angesagt, heute sollte es trocken sein. Hätte er sich mal nicht auf die Vorhersage verlassen...

Dienstag, 12:20 Uhr: Die Tageblatt-Wanderer sind nicht die einzigen Reisenden in Brobergen. An der Fähre treffen sie auf eine Fahrradgruppe aus Harsefeld. Die Radler sind in Bremervörde gestartet und treten in die Pedale, um am Abend wieder in Harsefeld anzukommen. Gerne hätten Willi und Paula noch ein bisschen geplaudert - unter Reisenden kann man sich schließlich wunderbar austauschen. Doch der Blick auf die Uhr treibt die beiden an. "Der Vormittag vergeht einfach so schnell", sagt Willi, hebt den Hut und macht sich wieder auf den Weg. 

Dienstag, 12:15 Uhr: Doch bevor die Wanderer selbst wieder richtig aktiv werden müssen, steht eine weitere kurze Fahrt über die Oste an. In Brobergen geht es auf die motorisierte und denkmalgeschützte Fähre. Sie ist im sogenannten Dreiländereck unterwegs - hier grenzen die Landkreise Cuxhaven, Rotenburg und Stade aneinander. Fährmann Thomas Schult setzt Willi und Paula über. 

Dienstag, 10:30 Uhr: Paula hüpft schon aufgeregt auf der Stelle, als Claus Schulz wie mit Willi verabredet um halb elf um die Ecke kommt. Allen voran stürmt Paula den Püttenhüpper, dann geht es auch schon los. Kapitän Schulz zeigt seinen beiden Fahrgästen die sogenannten Pütten, Wasserflächen, die entstehen, wenn die ausgedeichten Flächen an der Oste überflutet werden. Und sogar zwei Seeadler mit Nachwuchs bekommen die beiden zu Gesicht. "Herrlich", denkt Paula und will sich gerade genüßlich zurücklehnen, als es in Brobergen für die Wanderer heißt: aussteigen, weiterlaufen.

Dienstag 10:15 Uhr: So eine Regenjacke hat doch etwas für sich. Beinahe trocken kommen Willi und Paula am Anleger in Kranenburg an. Doch die Stimmung ist nicht gerade auf dem Höhepunkt. Das triste Wetter schlägt aufs Gemüt. Das ändert sich allerdings schlagartig, als Paula sieht, was als nächstes auf dem Programm steht: eine Fahrt mit dem Püttenhüpper. 

Dienstag, 9 Uhr: Bei Kilometer 0,2 in Blumenthal war die Welt noch in Ordnung, nur wenig später mussten Willi und Paula gleich zu Beginn ihres Wandertags an der Oste in ihre Regenmontour springen. Als staubigen Landregen bezeichnet Willi das, was vom Himmel kommt. Als er auch noch das Wörtchen "idyllisch" anfügt, kann Paula nur leise schnauben. Schönes Wetter sieht nun wirklich anders aus. Aber einen echten Wanderer kann so schnell nichts erschüttern. Auf gehts durch die Ostelandschaft in Richtung Wasser. Hier hat Willi eine Überraschung für Paula organisiert.

Montag, 16 Uhr: Lange Zeit konnten die beiden Wanderer am Nachmittag die Stille in der Natur genießen. Sogar den Landkreis haben sie verlassen, über Isensee ging es zurück über die Landkreisgrenze und nach Hüll. Hier wurden Willi und Paula von Ole Oehlers (links im Bild) und Jens Mahler in Empfang genommen. Vor vier Jahren sind die beiden aus einer Schnapslaune heraus zu Viehzüchtern geworden. Mit zwei Galloways fing alles an, mittlerweile sind Oehlers und Mahler stolze Besitzer einer Herde von 45 Tieren. Willi und Paula sind beeindruckt und beschließen, dass sie für heute genug Eindrücke gesammelt haben. Mit einem sanften "Muhen" im Ohr legt sich Paula erstmal auf selbiges. Willi muss nochmal ran - sein "Wandertagebuch" fürs TAGEBLATT wartet. Und dann ist bis morgen ein bisschen Erholung angesagt. 

Montag, 13:45 Uhr: Zurück geht es nach dem Barfußpfad in die Wanderschuhe, jetzt wissen Willi und Paula erstmal nicht, was genau auf sie zukommt. Zwischen Isensee und Oederquart liegt das Oederquarter Moor, das kleinste Naturschutzgebiet Kehdingens - betreten strengstens verboten - und ein Gebiet, das sich Bruch nennt. "Es liegt 0,7 Meter unter dem Meeresspiegel", hat Willi sich schlau gemacht. Auf dem Weg nach Isensee treffen die Wanderer auf Detlef Ahlf, der gerade mit der Heuernte beschäftigt ist. In diesem Jahr war die Feuchtigkeit für die Landwirte ein Problem, weiß er zu berichten. Die gesamten Arbeiten haben sich zwei bis drei Wochen nach hinten verschoben. 

Montag, 13:30 Uhr: Eine echte Erholung für die platten Wanderfüße durften Willi und Paula am Montagnachmittag erleben. Ute Schmelcke zeigt den beiden den Barfußpark in Oederquart. Hier heißt es, mit den Füßen den Untergrund erleben. Paula testet es sofort - und ist begeistert. Mit erholten Füßen geht es weiter. 

Montag, 11:30 Uhr: Nächstes Etappenziel der beiden Wanderer ist die St.-Johannis-Kirche in Oederquart. Hier können Willi und Paula die alte Arp-Schnitger-Orgel bewundern. Von Wolf-Christian von Uslar-Gleichen (Bildmitte) erfahren sie, dass sie vor einer der wenigen Orgeln stehen, die noch Originalpfeifen aus der Bauzeit hat. 

Montag, 11 Uhr: Überraschung für Paula! Berit und Mathis überreichen ihr in Oederquart ein rotes "Halsband", das sie an der Fahrt auf dem Oderik von Oederquart erinnern soll. Die Freude ist riesig, mit neuem Schwung geht es weiter auf der Wanderstrecke. 

Montag, 9 Uhr: Pünktlich öffnet Hafenmeister Hans-Heinrich Stahr um 9 Uhr jeden Morgen seine Hafenmeisterstube. Er bleibt nicht lange allein. Acht bis zehn ältere Herren treffen sich hier täglich und besprechen die neuesten Ereignisse im Ort und der Welt. Heute sind auch Willi und Paula mit von der Partie. Und als echte Wanderer haben sie natürlich einiges zum Gespräch beizutragen. 

Montag, 8 Uhr: Am historischen Kornspeicher in Freiburg treffen Willi und Paula auf Werner Friedrich. Er ist vor einem Jahr von Stade nach Freiburg gezogen und will hier nicht mehr weg. "Weil die Nordkehdinger untereinander so ein herzliches Verhältnis haben", sagt er. Friedrich ist am und im Kornspeicher Mann für alles. Um den Garten kümmert er sich genauso wie bei Veranstaltungen um den Aufbau. 

Montag, 7 Uhr: Nein, das sind keine Uhrzeiten für einen Journalisten, aber schließlich wollen Willi und Paula auf ihrer Tour auch ein bisschen was sehen. In aller Herrgottsfrühe hat der Wecker geklingelt, schon um 7 Uhr stehen die beiden Wanderer im Hafen von Freiburg. Sofort fällt ihnen ein bekanntes Bild ins Auge: die Wilhelmine von Stade. Doch etwas ist anders. Richtig. Der Mast ist gebrochen. Ein Rangiermanöver in Hamburg war schuld. Jetzt soll der Mast in der Bootswerft Hatecke gelegt und erneuert werden. 

Sonntag, 21:30 Uhr: Der Text für die Zeitung ist fertig, jetzt hat Willi auch endlich wieder Zeit für Paula, die schon ganz ungeduldig auf ihren Begleiter wartet. Denn schließlich stand am Sonntagabend noch ein weiteres Highlight des Tages an - eine Fahrt mit dem Pfahlever "Oderick von Oederquart".  

Sonntag, 17:15 Uhr: Herzlicher Empfang in Freiburg. Für Paula beginnt jetzt der gemütliche Teil des Abends, Willi allerdings darf an Ausruhen noch gar nicht denken: Damit die TAGEBLATT-Leser morgen in der Zeitung schwarz auf weiß sehen können, dass er am Sonntag nicht nur die Füße hochgelegt hat, muss in die Tasten gehauen werden. 

Sonntag, 16:32 Uhr: Gleich ist es geschafft, noch zwei Kilometer, dann haben die Wanderer ihre letzte Station für heute erreicht. Bevor es wirklich nach Freiburg geht, nutzt Paula die Gelegenheit für eine kleine Verschnaufspause. 

Sonntag, 15:30 Uhr: Auf alle, die sich doch ins Wasser wagen, hat Yvonne Meyer ein wachsames Auge. An diesem Sonntag muss die Fachangestellte für Bäderbetriebe in dem familiären Naturbad auf etwa 150 Badegäste "aufpassen". Und offenbar klappt das ganz gut: In diesem Jahr war noch keine Notrettung nötig. Aber beim Schwimmen hat Yvonne Meyer schon etlichen Kindern geholfen. 

Sonntag, 15:15 Uhr: Nächstes Etappenziel an diesem Sonntag: das Naturbad in Krummendeich. Hier treffen Willi und Paula auf Peter Ludovici. Er hat in den vergangenen Monaten über Zeitungsanzeigen gebrauchte Surfbretter gesucht - und ein Dutzend gefunden. Darüber können sich jetzt die Kinder und Jugendlichen im Naturbad freuen. Auf dem Foto übt Kim, wie es geht. Erstmal im trockenen, sicher ist sicher. 

Sonntag, 13:45 Uhr: Als nächstes führt der Weg die beiden TAGEBLATT-Wanderer zu einem der wenigen Häuser, die in Balje direkt am beziehungsweise im Deich stehen. Schnell wird die Kamera gezückt und ein Foto von Annemarie und Peppina Mastroianni gemacht. 1963 ist Peppino Mastroianni aus Italien nach Deutschland gekommen, 40 Jahre lang hat er auf der Elbfähre gearbeitet. "Eine verdammt lange Zeit", staunt Paula. Da kann sie in ihrem Job als Zeitungsente beim TAGEBLATT noch nicht ganz mithalten. 

Sonntag, 13:30 Uhr: Im Ortskern von Balje gibt's eigentlich allen Grund zur Freude: Schicke Häuser, eine alte Schule, eine Kirche, alles schön anzusehen. Nur der Platz dazwischen, der ist so gar kein Hingucker, das müssen auch Willi und Paula zugeben. Sie können den stillen Protest der Baljer Bürger verstehen. "Unser Dorfplatz soll schöner werden" fordern diese auf einem Plakat. 

Sonntag, 12:45 Uhr: Weiter geht's, Willi und Paula haben an ihrem ersten Wandertag noch einiges vor, ihr Weg führt sie vom Leuchtturm aus direkt nach Balje. Hier machen sie an der Hütte der Deichgemeinschaft Station und treffen Herbert Gellert. Er erklärt, dass alle Anwohner des Deiches hier ihre Feste feiern - vom Grillabend bis hin zum Laterne laufen. 

Sonntag, 12 Uhr: Willi und Paula sind nicht die einzigen, die es zum Baljer Leuchtturm verschlagen hat. In den Monaten Juli und August (nur dann ist der Leuchtturm geöffnet) kommen immerhin etwa 2500 Besucher, um die schöne Aussicht bis nach Cuxhaven oder zum Nord-Ostsee-Kanal zu genießen. Auch Gesa Rademacher ist mit ihren Großeltern Erika und Walter Hauschild (Bildmitte) aus Issendorf an diesem Sonntag angereist. Ihre Fragen werden von Anita und Ulrich Kunze (links) beantwortet. 

Sonntag, 11:45 Uhr: Auf den letzten Metern zum Leuchtturm beginnt der Ernst des Wandererlebens, fahrbare Untersätze sind auch ganz offiziell nicht mehr erlaubt, laufen ist angesagt. Doch schon am ersten Ziel ihrer diesjährigen Tour werden die beiden für ihre Mühe belohnt. Reinhard Schult erklärt seinen Besuchern die Leuchtturmtechnik. 

Sonntag, 11 Uhr: Es klappt wunderbar, ganz bequem und erstmal noch ohne ihre Wanderschuhe zu stark beansprucht zu haben erreichen die beiden Wanderer ihr erstes Ziel, den Baljer Leuchtturm. 

Sonntag, 10 Uhr: Mit dem Radwanderbus sind Willi und Paula in Stade gestartet, um ihre Reise anzutreten. Erstmal geht es ganz ans Ende des Landkreises - nach Balje.

 


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